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Adventskalender: Die Geschichte hinter den 24 Türchen


Weihnachten ohne Adventskalender? Für viele Menschen und vor allem Kinder wäre das unvorstellbar. Mit jedem geöffneten Türchen wächst schließlich die Vorfreude auf das Weihnachtsfest und die Kinder haben am Morgen plötzlich ungewohnte Motivation zum Aufstehen – voller Spannung, was sich heute hinter der kleinen Zahl befindet. Doch längst werden Adventskalender nicht mehr nur in Schokoladenform sowie an Kinder verschenkt. Es gibt unzählige Variationen, beispielsweise mit Spielzeug oder als selbstgebastelter Adventskalender für den Liebsten beziehungsweise die Liebste. Gutscheine, Rubbellose, selbstgebackene Plätzchen, Parfümproben, Kosmetik – es gibt kaum etwas, das sich nicht als kleine Überraschung hinter den 24 Türchen eignet. Zudem ist es doch auch schlichtweg eine schöne Geste, sich gegenseitig mit Adventskalendern zu beschenken. Doch woher kommt eigentlich die Tradition des Adventskalenders?

Der Adventskalender ist eigentlich noch eine junge Tradition

In Anbetracht dessen, dass das Weihnachtsfest bereits seit fast 2.000 Jahren gefeiert wird, ist die Tradition des Adventskalenders eigentlich noch sehr jung. Dessen Geschichte beginnt nämlich erst in etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts und stammt tatsächlich aus dem deutschsprachigen Raum. Auch, wenn er mittlerweile kommerziell auf der ganzen Welt erfolgreich vermarktet wird, ist die ursprüngliche Idee also in Deutschland angesiedelt. Wo genau, lässt sich allerdings nicht mehr zurückverfolgen. Stattdessen gehen die Historiker davon aus, dass der Adventskalender in den 1800er Jahren etwa zeitgleich an verschiedenen Orten entstanden ist – zumindest dessen Vorläufer. Obwohl der Adventskalender mittlerweile vor allem kommerzielle Bedeutung hat, ist er ursprünglich aus kirchlichen Traditionen entstanden.

Adventskalender „ersetzt“ tägliche Adventsandacht

Zu damaligen Zeiten kehrten die gläubigen Christen zur Adventszeit nämlich noch jeden Abend in der katholischen Kirche zur Adventsandacht ein. Auch bei den evangelischen Glaubensanhängern wurde eine ähnliche Tradition gepflegt, und zwar die Zusammenkunft mit der gesamten Familie. Dabei wurden Lieder gesunden, Bibelstellen vorgelesen oder Gebete gesprochen. Auch heutzutage soll der Adventskalender eigentlich noch dem Zweck dienen, sich seelisch sowie geistig auch das christliche Hochfest einzustimmen – sich sprichwörtlich zu besinnen. Zugegeben, viele Kinder freuen sich wohl in erster Linie auf die Schokolade, doch wird das Öffnen der Türchen in zahlreichen deutschen Familien nach wie vor gemeinsam zelebriert und mit dem Lesen einer Weihnachtsgeschichte, einem heißen Kakao oder anderen familiären Traditionen verbunden. In gewisser Weise hat der Adventskalender somit seinen Charakter der Andacht nicht gänzlich verloren.

Unterschiede zu den früheren Traditionen gibt es aber auch in zeitlicher Hinsicht: Die Adventszeit umfasst stets vier Sonntage und ist somit je nach Jahr länger oder kürzer. Früher wurde die Adventsandacht somit ab dem ersten Adventssonntag täglich abgehalten. Der Adventskalender umfasst hingegen jedes Jahr 24 Tage – vom ersten bis 24. Dezember – und ist somit unabhängig vom eigentlichen Advent.

Die Adventszeit sollte für Kinder greifbar werden

24 Tage vergehen für einen Erwachsenen meist wie im Flug. Zwischen Vorweihnachtsstress, Vollzeitjob und Christkindlesmärkten werden sie also von den Weihnachtsfeiertagen mehr oder weniger überrumpelt. Bei Kindern ist das anders: Sie fiebern oft auf den Abend hin, an welchem der Weihnachtsmann beziehungsweise das Christkind endlich kommt und Geschenke bringt. Die 24 Tage fühlen sich für sie an wie eine kleine Ewigkeit. Kinder haben schlichtweg ein anderes Zeitgefühl und können die Zeit als solche weniger (er-) fassen.

Etwa um das Jahr 1840 fingen erste Eltern deshalb damit an, mit verschiedenen Varianten zu experimentieren, um die Zeit für ihre Kinder greifbarer zu machen. Ziel war es, die Adventszeit zu visualisieren, beispielsweise durch Kreidestriche, Bilder an den Fenstern oder kleine Tannenbäumchen als „Adventsbäumchen“, an welche jeden Abend Sterne oder andere Motive gehängt wurden. Die Kinder konnten also sehen und somit auch besser verstehen, wie lange die Adventszeit noch ist und wann sie sich (endlich) dem Ende neigt. Endlich auch deshalb, weil sie früher in vielen Familien ja noch traditionell mit dem Fasten und somit dem Verzicht einherging.

Adventskalender versüßt sprichwörtlich die Fastenzeit

Traditionell ist die Adventszeit nämlich eine Fastenzeit. Früher begann diese sogar bereits nach dem St. Martinstag ab dem 11. November. Mittlerweile fasten nur noch die wenigsten Menschen im eigentlichen Sinne. Dennoch nehmen viele Gläubige und sogar Nichtgläubige den Advent als Anhaltspunkt, um auf die einen oder anderen Laster zu verzichten – seien es Zigaretten, Alkohol oder besonders häufig eben die Süßigkeiten. Viele Kinder dürfen also im Advent keine Süßigkeiten naschen. Die einzige Ausnahme stellt davon das kleine Stück Schokolade aus dem Adventskalender dar, welches dementsprechend zum echten Highlight wird. Der Adventskalender ist somit auch dazu gedacht, die Adventszeit für die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes zu „versüßen“.

Wann wurden Kerzen, Bilder & Co zum klassischen Adventskalender?

 Lange Zeit blieb der Adventskalender in all seinen Variationen ein vielfältiger Brauch, den jede Familie selbst gestaltete. Bis heute greifen viele Menschen nicht auf gekaufte, sondern selbstgebastelte Versionen zurück und nicht immer ist darin (nur) Schokolade zu finden. Dennoch wurde im Jahr 1902 die erste „Weihnachtsuhr“ für Kinder gedrückt und der Adventskalender somit erstmals kommerziell vermarktet. Somit liegt der Ursprung des modernen Adventskalenders in Hamburg im Verlag der Evangelischen Buchhandlung Friedrich Tümpler – für damals gerade einmal 50 Pfennig. Den ersten Weihnachtskalender gab es im Jahr 1904 als Beilage einer Stuttgarter Zeitung zu kaufen und ab dem Jahr 1908 konnten die Kinder schließlich 24 Türchen öffnen. Dahinter verbarg sich süßes Gebäck und erfunden wurde das Ganze von Gerhard Lang. Er bastelte viele Jahre mit Leidenschaft weiter an seiner Idee und brachte liebevoll gestaltete „Christkindleinshäuser“ auf den Markt, welche mit Schokolade oder anderen Köstlichkeiten gefüllt werden konnten und je 24 Türchen zum Öffnen besaßen.

 

Gerhard Lang gilt als Erfinder des (kommerziellen) Adventskalenders

Auf die Idee gebracht hatte ihn zwar seine Mutter, die ihm in Kindheitstagen einen ähnlichen Karton mit süßem Gebäck hinter 24 Türen geschenkt hatte – jedoch war Gerhard Lang der erste kommerzielle Vermarkter von Adventskalendern und trat dadurch ab dem Jahr 1930 einen bundesweiten Trend los.

Einen Dämpfer erlebte die Erfolgsgeschichte der Adventskalender aber zu Zeiten des Deutschen Reichs. Unter den Nationalsozialisten wurde der Druck der Kalender verboten. Doch direkt nach Kriegsende, noch im Jahr 1945, wurde die altbekannte und beliebte Tradition wieder aufgegriffen und der Druck von Adventskalendern auf Hochtouren gestartet. Mittlerweile sind die 24 Türchen in all ihren Variationen längst nicht mehr nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch in den USA, in England sowie zahlreichen weiteren Ländern der Welt verbreitet und gehören vor allem für Kinder fix zur Advents- und Weihnachtszeit.

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